Marie Giroux - Mezzosopran

Liebe Freunde und Fans,

am 20. Januar 2016 hatte unsere Carmen dank der zahlreichen Hilfe durch Crowdfunding im theaterforum Kreuzberg in Berlin eine umjubelte Premiere (siehe auch unter Mediathek). Wir spielen nun bis zum 25. jeden Abend dort, jeweils um 20.00 Uhr und am 31. Januar im Kulturhaus Spandau, bevor wir vom 1. bis 5. April noch einmal fünf Vorstellungen von unserer besonderen, für zwei Akkordeons arrangierten Carmen im theaterforum Kreuzberg geben.

Wir erzählen die alte Geschichte von einer unmöglichen Liebe neu. Don José ist im Gefängnis und zum Tode verurteilt wegen des Mordes an Carmen. Hier wird sie ihm in seinen Träumen wiederbegegnen, sie lässt ihn nicht los, er kann sie nicht gehen lassen. Carmen - eine Frau der Gosse, aber auch eine Königin.
Als weiblicher Don Juan mit verletzlicher Seele vereint sie alle möglichen Widersprüche in sich und wird so zum Mythos.

Es ist ein Zwiegespräch zwischen Don José und Carmen (gespielt vom Schauspieler Matthias Unger und von mir, Marie Giroux) – ein Dialog zwischen Sprache und Musik, ein ewiges aufregendes Hin und Her zwischen zwei Welten, die miteinander verschmelzen und doch niemals ganz eins werden können. Wir holen das große Opernspektakel mit einem kleinen, aber nicht minder leidenschaftlichem vierköpfigen Ensemble auf die Bühne. Unseren Blick richten wir zum Einen auf die intensive Begegnung zweier Liebenden, denen das Lieben nie die ersehnte Erfüllung bringt, aber auch auf die Leichtigkeit in der Liebe, die uns immer wieder verführt und der wir so oft verfallen.

Auch humorvolle, komische Momente wird es geben, wenn die Wärter (gespielt von den Akkordeonisten Jenny Schäuffelen und Deborah Klein) mit ihrem Pragmatismus und dem Blick für das reale Leben die blinde Leidenschaft der Beiden als Egoismus und Selbstverliebtheit entlarven und froh sind, wenn sie sich wieder den echten Dingen wie dem Pausenbrot widmen können. Uns begeistert die Idee, die kraftvollen Elemente Musik, Gesang und Sprache miteinander zu verbinden, damit zu spielen und zu experimentieren.

Wir haben als Basis unseres Stückes die Texte aus der Novelle von Prosper Mérimée mit der Musik von Georges Bizet angereichert. Wie Liebende fordern diese beiden klassischen Werke sich gegenseitig heraus, ergänzen sich, spielen miteinander und verbinden sich zu Neuem. Die Orchestermusik wurde für zwei Akkordeons von Dirk Rave neu arrangiert und im Stil der 20er Jahre gewürzt mit einer Prise Tango, Swing und Jazz. So mischen sich Opernarien mit Chansonballaden und Quartettarrangements im Stil der Comedian Harmonists mit der kraftvollen Sprache Mérimées. Eine wilde faszinierende und doch überraschend harmonische Mischung, die der "Carmen" neben ihrer Leidenschaft und ihrer Kraft neue, leichte und vielleicht auch machmal schräge Töne gibt.

Denn wie ein spanisches Sprichwort sagt:  "Cuando amor no es locura, no es amor." - Wenn Liebe nicht verrückt ist, ist es keine Liebe

 

 

Opernnetz.de über Carmen